Von „Lobe den Herren“,  einem  Echo und dem Homo Neandertalensis

 

           Joachim Neander 1650 - 1680

 

„Lobe den Herren,  den mächtigen König der Ehren.“  Joachim Neander dichtete dieses beliebte Kirchenlied an einem ganz besonderen Ort:  Von  Düsseldorf aus immer die Düssel flussaufwärts hatte ihn der Weg hierhin geführt in eine wildromantische Schlucht.  Er, der  junge Rektor der Düsseldorfer Lateinschule und Hilfsprediger der reformierten Gemeinde, kam zum Dichten hierher und auch um Gottesdienste abzuhalten.

 

In Bremen war er als Sohn eines  reformierten Pfarrers aufgewachsen. Wie sein Vater  studierte er  Theologie.  Dabei war ihm der Pietismus ans Herz gewachsen. Pfarrer Undereyk von St. Martin war es, der ihn mit seinen charismatischen Predigten so beeindruckte, dass ihm die Gottesdienste seines Vaters gedankenkalt vorkamen.  Erweckung und Bekehrung, das waren nach den Verwüstungen des 30jährigen Krieges für viele junge Menschen magische Begriffe.

 

Später in Frankfurt als Kandidat des Predigtamtes besuchte er am liebsten die privaten Erbauungsstunden der Pietisten. Und als er in Düsseldorf seine erste schlecht bezahlte Stelle antrat, rief er selbst solche Zirkel ins Leben. Der Düsseldorfer Pfarrerschaft gefiel das gar nicht. Bald schon musste Joachim Neander Düsseldorf und sein geliebtes Tal verlassen. Zu groß waren die Spannungen in der Gemeinde geworden. Er wollte die vielen Vorschriften, die man ihm machte, nicht akzeptieren. Die eigentliche Ursache des Konflikts aber war sein Hang zum Pietismus. 1679 ging er zurück nach Bremen, wo er als dritter Pfarrer die Stelle an St. Martini annahm unter den Fittichen seines früheren Förderers Undereyk.  Man nannte ihn den „Five–Prediger“, weil er zur kalten Stunde, morgens um 5 Uhr, den schlecht besuchten Gottesdienst zu halten hatte. Nach nur einem Jahr in Bremen erkrankte er schwer, vielleicht an der Pest. Am Pfingstmontag 1680 starb Joachim Neander im Alter von erst  dreißig Jahren. Sein Grab ist unbekannt.

 

Was von Joachim Neander bleibt, ist das Tal, das man nach ihm benannt hat: das Neandertal*. Und natürlich seine Lieder. Kurz vor seinem frühen Tod veröffentlichte er ein Gesangbuch, ein  Büchlein mit 58 Nummern. Neanders Lieder verbreiten sich rasch.  Heute finden sich 3 seiner Lieder im Stammteil des Evangelischen Gesangbuches: „Wunderbarer König“  EG 327  „Himmel, Erde, Luft und Meer“ EG 504 und natürlich „Lobe den Herren, den mächtigen König EG 316.

Mo. 3. Dezember 2018

*Mehr über den Dichter und auch das Neandertal finden Sie auf den folgenden Seiten – morgen und übermorgen.