Di. 3. Dezember

 

„Nein!“, rief er plötzlich und hielt das Pferd an. „Was auch immer geschehen wird – ich kann sie nicht mit den Wölfen allein lassen!“

 

Nur mit großer Mühe gelang es ihm, das Pferd zu wenden und zu der alten Frau zurückzufahren. „Steig schnell auf!“, befahl er in barschem Ton, wütend über sich selbst, weil er sie nicht ihrem Schicksal überlassen konnte. „Warum kannst du auch nicht zu Hause bleiben, alte Hexe! Deinetwegen werden wir jetzt alle umkommen.“

 

Die Schlittenkufen knirschten auf dem Schnee, aber trotzdem glaubte der Bauer zu hören, wie die Klauen der Wölfe hinter ihm aufschlugen. Er merkte, dass die Raubtiere ihn eingeholt hatten. „Jetzt ist es aus mit uns“, sagte er. „Dass ich dich retten wollte, wird uns beiden nicht bekommen.“

 

Die alte Frau hatte bisher geschwiegen. Nun aber sprach sie den Bauern an: „Warum wirfst du die Kübel nicht vom Schlitten? Dann ist die Last nicht mehr so schwer. Du kannst ja morgen wiederkommen und sie zusammenlesen.“

 

Der Bauer wunderte sich, dass er nicht selber daran gedacht hatte. Er gab der alten Frau die Zügel, löste den Strick, der die Kübel zusammenhielt, und begann sie schnell abzuladen.

 

Die Wölfe waren schon neben dem Schlitten hergejagt. Jetzt hielten sie an, um zu untersuchen, was da herunterflog, und so gewann der Bauer wieder einen kleinen Vorsprung.

 

„Wenn das nichts nützt, springe ich vom Schlitten“, sagte die alte Frau. „Dann kannst wenigstens du entkommen.“ Der Bauer war gerade dabei, einen besonders großen, schweren Kübel vom Schlitten zu stoßen, als er plötzlich innehielt. Er dachte: Ein Pferd und ein Mann, denen nichts fehlt, müssen sich doch nicht wegen einer alten Frau von den Wölfen fressen lassen! Es muss doch einen Ausweg geben! Warum kann ich ihn nicht finden?

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