„ Liebe durch Respekt“

 

„… keine Seite des Gebäudes
wird  von der Sonne direkt beschienen..“

 

Hm! Wie sollte das denn gehen?

 

Ich hatte (wie so oft) Bayern 2 eingeschaltet und war mitten in einem Radiofeature gelandet. Beim Weiterzuhören erfuhr ich, dass es sich um den Erweiterungsbau – für Geburts- und Kindermedizin – des Krankenhauses in Tambacounda im Senegal handelte. Der Architekt, Manuel Herz, erläuterte seine Bemühungen, den Bau den klimatischen und räumlichen Bedingungen anzupassen und möglichst regional verfügbare Baustoffe zu verwenden…. Das alles hörte sich sehr interessant an….

Es blieb für mich die Frage: Wie sieht denn dieses Gebäude aus?

 

Im Internet fand ich die Lösung und darüber hinaus auch noch einiges mehr, was mich erstaunte und berührte:

Tambacounda liegt in der Trockensavanne Senegals, dicht an der Grenze zu Gambia und Mali und gilt  als heißeste Stadt auf dem Globus. Der Architekt, Manuel Herz, hat deshalb  den Bau wie eine Serpentine um die bestehenden Bäume herum gelegt. So musste man kaum einen Baum fällen. Weil er nur 7 Meter breit ist, kann die Luft natürlich zirkulieren und kühlen. Dazu trägt vor allem auch das gitterartige Mauerwerk bei. Es hält zudem die Sonne ab und ruft ein Spiel von Licht und Schatten hervor. Im gesamten Bau wird keine Klimaanlage verwendet.

Der Bau hat ein doppeltes Dach, so dass es auch von oben kaum direkte Sonneneinstrahlung gibt – im Gegenteil – es gibt einen Kamineffekt, der die Wärme aus den Zimmern nach oben hin ableitet.

Beim Bau arbeitete Manuel Herz eng mit lokalen Handwerker*innen und Spezialist*innen zusammen und unterstützte damit auch die Wirtschaft der armen und sehr ländlichen Region.

So hatte er  aus den Backsteinen, die nach traditionellem Handwerk entwickelt worden waren, zunächst einen kleinen Schulbau errichtet, um die Wirkung des Mauerwerks zu erproben.

Manuel Herz und seine Frau haben auch noch den ersten Spielplatz in Tambacounda gebaut.

 

 

Der Architekt sagt zu diesem Projekt: „ Das Entwerfen und Bauen der Geburts- und Kinderklinik in Tambacounda war vielleicht die bereicherndste Erfahrung in meiner bisherigen Architektenlaufbahn. Von Anfang an war es ein Prozess, der auf Zusammenarbeit gründete – sowohl mit den Ärzten und Mitarbeitern des Krankenhauses, mit dem Team der Albers Foundation und Le Korsa  (den Geldgebern) als auch mit einer Gruppe von Bauleuten und Handwerkern um Dr. Magueye Ba.“

 

Das Wort Korsa heißt auf Pulaar (einem Dialekt der afrikanischen Sprache Fula)

„Liebe durch Respekt“.

 

1. Dezember 2021