Der Neandertaler

Fortsetzung von gestern

 

…. Die Kalkfelsen wurden im 19. Jahrhundert gesprengt und zu Zement verarbeitet. Bei diesen Arbeiten hatten im August 1856 zwei Italiener in einer ehemaligen Grotte  fossile Knochen gefunden.   Höhlenbären? Der Elberfelder Lehrer Johann Carl Fuhltrott ordnete sie korrekt dem Menschen zu – allerdings einer bislang nicht gekannten zweiten Art. 

Diese nannte man wegen der Fundstelle Neandertaler, Homo neanderthalensis.

 

Mi. 5. Dezember 2018

Wann hatte dieser  Neandertaler hier gelebt -  dreißigtausend, vierzigtausend  oder gar hunderttausend Jahre vor uns – dieser Mensch der mittleren Steinzeit? Und wie? Muskeln  und Sehnenansätze hatte er jedenfalls wie ein durchtrainierter Sportler.  Damit war er gut gerüstet für den Überlebenskampf als Jäger und Sammler. Und er hatte einen wunderbaren Platz gefunden – mit frischem Wasser ganz in der Nähe.

 

Aber darüber hinaus? Höhlenzeichnungen wie in Spanien und Frankreich fand man an der Düssel nicht. Aber vielleicht konnte er sogar sprechen. In der Mitte der Neunziger Jahre fand man bei Ausgrabungen im israelischen Karmelgebirge das Zungenbein eines Neandertalers. Es ist  d i e  entscheidende anatomische Voraussetzung für die menschliche Stimme. Und dazu fand man auch das FOXP 2-Gen – das auch wir haben, das Sprach-Gen. Sprechen konnte er also, der Neandertaler. Und vielleicht auch singen und Musikmachen. In der Nähe von Blaubeuren, versteckt in einer Höhle im Bruckfelsmassiv, fand man in den 1970er Jahren aufregende Dinge. Darunter zierliche kleine Flöten aus Vogelknochen und Mammut-Elfenbein, die ältesten Musikinstrumente der Welt.

 

Vielleicht hatte unser Neandertaler zehntausende Jahre vor Joachim Neander dort oben auf dem Felsen gestanden und auf seine Weise das Lob des Schöpfers gesungen… möglich wäre es…..

Wachsfigur im Neandertaler-Museum bei Düsseldorf