3. Dezember 2021

Irgendwann im Laufe des vergangenen Jahres hat mich ein kleiner Text (ich weiß gar nicht mehr welcher)  aus diesen Tagebüchern Etty Hillesums sehr  bewegt. Ich wollte mehr von ihr erfahren.

 

Inzwischen habe ich  mich in diese Tagebücher hineingelesen. Etty Hillesums  Schicksal erinnert einen sehr an das von  Anne Frank. Die äußeren Umstände, von denen die beiden Frauen schreiben, sind ähnlich grausam und menschenverachtend. Ihre Tapferkeit, wie beide damit umgehen, sehr berührend und beschämend zugleich… Was mich an Etty Hillesums Texten so erstaunt hat, das ist ihr Verhältnis zu Gott. Sie hadert nicht mit Gott, - aber -  sie entdeckt seine Hilflosigkeit und die menschliche Verantwortlichkeit, die  herrschenden Bedingungen zu ändern.   – Und obwohl alles dagegen spricht – nimmt sie  ihr Leben als gelungen und wunderbar an, weil sie es als Gottes Geschenk  ansehen kann…

 

Ein kleines Beispiel dafür:

„Das Leben und das Sterben, das Leid und die Freude, die Blasen an meinen wundgelaufenen Füßen und der Jasmin hinterm Haus, die Verfolgungen, die zahllosen Grausamkeiten – all das ist in mir wie ein einziges starkes Ganzes, und ich beginne immer mehr zu begreifen, wie alles zusammenhängt, ohne es bislang jemandem erklären zu können.

Ich möchte lange leben, um es später doch noch einmal erklären zu können….“

 

 

An zwei weiteren Tagen können Sie hier  im Kalender Texte  aus  Etty Hillesums Tagebuch lesen und vielleicht  auch etwas Ermutigendes für  Ihr  Leben und Ihren Glauben  entdecken…