Ich habe mich geirrt

 

Ich habe mich geirrt, Gott.   

Ich habe eine falsche Entscheidung getroffen    

und bin jetzt im falschen Boot.     

Es ist schwer, zurück zu rudern.    

Soll ich öffentlich sagen, dass es falsch war?       

Soll ich zugeben, dass ich es zu spät gemerkt habe?     

Ich werde Menschen enttäuschen, die zu mir halten.     

Andere werden lächeln und     

hinter meinem Rücken reden.   

Wieder andere werden sagen:     

Halt die Ohren steif! Gib es nicht  zu!    

Du kannst dir keine Schwäche leisten.

 

Mein Gott,     

ich würde da so gern unbeschadet herauskommen.    

Mit weißer Weste.     

Als wäre nichts gewesen.

 

Warum nimmt die Schadenfreude der anderen zu,         

wenn es schon schlimm genug um mich steht?    

Warum trifft solcher Spott nicht mal jene,     

die sich immer erfolgreich raushalten,    

an denen sonst alles abperlt?

Ich will nicht mehr, Gott,    

möchte mich verstecken.    

Vielleicht bei dir.   

So wie es war,    

als ich klein war und Angst hatte.

Ich habe mich geirrt, mein Gott.   

Ich weiß nicht mehr weiter.   

Ich bin ein Mensch,    

der sich gerade jetzt   

nach deiner Barmherzigkeit sehnt………

Und du bist mein Gott.    

Dich brauche ich.      

Jetzt.     

Amen

 

Friederike von Kirchbach

 

Literaturangabe

Sa. 8. Dezember 2018