Fr. 14. Dezember 2018

Es geht um die Zipperlein, die einen selbst oder andere plagen. Stets mit Anteilnahme, nicht hämisch oder lästernd. Es geht ums Wetter und den Regen, der so arg fehlt. Um das Wasser, das sich die Nürnberger von der Ranna holen, nicht weit weg von hier.

 

Es wird viel gelacht an diesem Stammtisch, genauer: diesen Stammtischen. Stammtisch, das hat ja in der Regel etwas Abwertendes. Auch Arrogantes. Was halt am Stammtisch so geschätzt und gehetzt wird…

 

Aber an unserem Abend war da keine Spur davon. Meilenweit entfernt vom digitalen Stammtisch im Netz, wo User sich erst gegenseitig beschimpfen und dann andre noch viel mehr.

 

Unser Stammtisch war aufrichtig besorgt um andere Menschen, ums Wohlergehen des Landstrichs, er war lustig (was zu viele im Internet ganz und gar nicht sind) und anrührend.

 

Daher: ein Lob dem (analogen) Stammtisch!

 

Alexander Jungkunz    

 

Lob dem Stammtisch

 

Ein Wirtshaus am Waldesrand, an der Grenze zwischen Mittelfranken und der Oberpfalz. Kurz nach 18 Uhr. Die Gaststube halbvoll. Zwei Ehepaare, fast durchgängig schweigend. Wahrscheinlich, weil sie lieber  den Wortwechseln lauschen, die sich die anderen Gäste liefern.

 

Als da wären: vor allem drei mindestens ältere Herren. Zwei sitzen mit meist stiller Begleitung an einem Tisch und vespern. Einen Tisch weiter Herr Nummer drei. Den räumlichen Abstand in der Gaststube zu den anderen überwindet er akustisch, aber durchaus spielend.

 

Mit geschätzt 93 Dezibel und – nun wird doch recht schnell klar, in welchem Regierungsbezirk wir sind – in gepflegtem, aber sehr markantem Oberpfälzisch.

 

Verständigungsprobleme gibt’s da keine. Die, die sich unterhalten, verstehen sich, Und die, die zuhören, verstehen alles. Zwangsläufig zwar, aber es sind auch schöne Dialoge, die zu hören sind.