Ja. Es gibt sie – die  „Allgemeine Erklärung der Menschenpflichten“ * Im Jahr 1997 wurde sie erarbeitet und unterzeichnet von einem Kreis ehemaliger Staats- und Regierungschefs.  Helmut Schmidt hatte sie  angeregt und den  Vereinten Nationen vorgelegt, „wo sie in der Schublade verschwand“.  Aus der hat sie  Aleida Assmann -  Friedenspreisträgerin des deutschen Buchhandels 2018   herausgeholt – auch für ihr neuestes Buch, das den  Titel  trägt:  „Menschenrechte – Menschenpflichten.“

 

Aleida Assmann ist überzeugt, dass Regeln im Zusammenleben der Menschen heute wichtiger sind  als je. Von Natur aus ist der  Egoismus  im Menschen drin  ebenso wie die  Fähigkeit  zur Kooperation. Jede Kultur stärkt einmal die, einmal jene Seite. In unserer westlichen Welt wird mehr die Seite des Wettbewerbs, die Förderung des Individuums,  der Leistung und Konkurrenz gestärkt. Das Ergebnis ist ein freigesetzter Egoismus, der das Gemeinwohl nicht immer im Blick hat.

 

Durch die große Zahl der Migranten hat sich die Vielfalt der Religionen und Kulturen verstärkt. Für ein friedliches Miteinander brauchen wir gegenseitigen Respekt und praktische Grundregeln.  Die Menschenpflichten als Grundregeln müssen wie eine Hausordnung bekannt gemacht werden, gelernt, umgesetzt und weitergegeben werden -  in den Schulen, Kindergärten, Universitäten, Vereinen  - überall wo Menschen zusammenkommen.

Di. 18. Dezember 2018

Die Menschenrechte auf einer Straße –
die Menschenpflichten in der Schublade

Die Menschenpflicht, die Aleida Assmann am besten gefällt, ist die goldene Regel:

 

 „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu“. 

 

Diese Regel  ist  5000 Jahre alt und gilt in allen Religionen und Kulturen.

 

Jesus hat die goldene Regel so formuliert:

 

 

 

Wie immer ihr wollt, dass die Leute mit euch umgehen, so geht auch mit ihnen um.“

 

Matthäus 7, Vers 12

 

Soweit Aleida Assmann – zusammengestellt nach einem Interview mit der Zeitschrift  chrismon  2016

 *“Erklärung der Menschenpflichten“  im Internet nachzulesen