Mi. 18. Dezember

 

Der Berg und der Fluss

 

In meiner Heimat gibt es einen Berg.

In meiner Heimat gibt es einen Fluss.

Komm mit.

 

Die Nacht steigt den Berg hinauf. 

Der Hunger steigt zum Fluss hinunter.

Komm mit

 

Wer sind die , die dort leiden?

Ich weiß nicht, aber sie gehören zu mir.

Komm mit.

 

Ich weiß nicht, aber sie rufen mich

und sagen mir: „Wir leiden.“

Komm mit.

 

Und sie sagen mir: „Dein Volk,

dein unglückliches Volk,

zwischen dem Berg und dem Fluss,

voll Hunger und voller Schmerzen,

möchte nicht einsam kämpfen,

es wartet, Freund, auf dich.“

 

O du, dich ich liebe, kleines rotes Korn

der  Weizenähre,

hart wird der Kampf sein, 

das Leben wird hart sein,

doch du kommst mit.

 

Pablo Neruda

 

 

Berge erhaben und himmelsnah   

adeo Verlag