Lalibela  - Kirchen, von oben nach unten,  nicht erbaut – gehauen.

 

Es war etwa zur gleichen Zeit – also vor etwa 900 Jahren – als die Kirchen in unseren Landen Türme bekamen und alles an ihren Gebäuden – Säulen, und Fenster und Mauern – sich immer höher – gen Himmel – reckte. Mächtige Dome zeugen bis heute davon – in Köln, Ulm , Regensburg…

 

Eben zu dieser Zeit entstanden die 11 Felsenkirchen – in Lalibela – im heutigen Äthiopien. Ihre Erbauer – allen voran König Lalibela – bauten nicht Stein auf Stein – nein, sie schlugen Stein aus Stein – und gruben sich tief in den Felsen hinein, 12 m tief.  Die Tausende  von Steinen, die dabei anfielen, wurden entfernt und was übrig blieb, das war das Gotteshaus – waren die Gotteshäuser – jedes einzelne ein geformter Felsblock – innen ausgehöhlt.  Heilige Räume entstanden so. Das „Dach“ der Kirche – bildete als Steindecke den Grundriss der Kirche nach.  Diese besondere Architektur wurde mit dem Titel Weltkulturerbe der UNESCO  geehrt  und gilt als 8. Weltwunder.

 

Aber diese Felsenkirchen sind auch ganz besondere Glaubensorte. Schon ab dem 4. Jahrhundert verbreitete sich am Horn von Afrika das Christentum. Von dort  pilgerten  Christen immer wieder nach Jerusalem zu den heiligen Stätten. Später, als die  Verbindungswege dahin  gesperrt wurden, wollte König Lalibela (ca. 1189 -1229)  „ein zweites  Jerusalem“ schaffen.  Eine Legende erzählt, dass Lalibela die Kirchen eigenhändig  aus dem roten Tuffstein-Felsen gehauen hat – 30 Jahre lang, jeden Tag.  Nachts allerdings kamen Engel und bauten weiter  - natürlich viel schneller.  (Wissenschaftler haben errechnet, dass die Felsenkirchen in über 120 Jahren entstanden sind.)

 

Bis heute findet man dort in Lalibela eine lebendige orthodoxe Gemeinde. Freilich,  ohne Verbindung zu den  anderen christlichen Kirchen, haben sie ihre eigenen Rituale und Bräuche entwickelt. So befindet sich in jeder Kirche auch ein Allerheiligstes mit der Nachbildung der Bundeslade, in dem die 10 Gebote aufbewahrt werden.

 

Jeden Sonntag zur Gottesdienstzeit wimmelt es dort von weißgewandeten Priestern und Gläubigen.

Sie rufen und beten „aus der Tiefe“ zu Gott.

2. Weihnachtstag

26. Dezember