Direkt am Abhang stehen sie, zwei mächtige Fichten, krallen sich mit ihren Wurzeln in den fast nackten Stein. Allein bei ihrem Anblick  wird mir angst und bange. Nur Profikletterer könnten sich dort halten, aber die Fichte ficht das nicht an.   Das ist mein Platz, scheint sie unbeeindruckt sagen zu wollen. Hier, im Hochgebirge des Bregenzerwalds auf einer Höhe von 1700 Metern, sind sie zu Hause. Die langen Winter der Alpen machen ihnen nichts aus. Fichten kommen gut mit Kälte klar. Stark und beeindruckend stehen sie da, kerzengerade zum Himmel gereckt, die Nadeln wehrhaft und spitz.

 

Ganz anders ihre Geschwister im Flachland. Die unteren Äste hängen kahl und trostlos herunter, zu eng sind sie gepflanzt worden, der ganze Baum macht einen traurigen Eindruck.  Bei den Wiederaufforstungsmaßnahmen des 18. und 19. Jahrhunderts schien die Fichte noch ein idealer Kandidat.

Im Rahmen der „Bodenreinertragslehre“ ging es darum, möglichst viel Kapital aus dem Wald herauszuholen. Und beim Holzertrag ist die Fichte der Buche z. B. haushoch überlegen. Allerdings verträgt sie Trockenheit nicht gut und ist danach auch gegen Stürme nicht gefeit und auch nicht  gegenüber den Attacken der Borkenkäfer.

 

Noch findet man im Wald  „Tannenzapfen“, die am Boden liegen und die  gerne gesammelt werden. Aber es sind ausschließlich Fichtenzapfen. Nur sie  fallen als Ganzes herunter und  die fetthaltigen Samen zwischen den Schuppen lieben  Eichhörnchen, Spechte  und Waldmäuse, die die Zapfen benagen.

 

Ob sie das   in unserer Gegend auch in Zukunft  tun können?

Langfristige Prognosen sehen die Zukunft der Fichten wieder in ihrer ursprünglichen Heimat, den Bergen, dort, wo sie ihre Stärken ausspielen können und die Felsen ihren Wurzeln Halt bieten.

 

 

Kathrin Blum

 

 

 

Fichten können bis zu 600 Jahre alt werden.

Im Forst beträgt die Umtriebszeit jedoch 80 bis 120 Jahre.

Höhe 25 bis 50 m 

Name: 10./11. Jhr. „fiuhta“  „peuk indoeuropäisch – die Stechende…

Die Fichte

28. Dezember