Aleida  und Jan Assmann in ihrer Dankesrede zur Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels im Oktober 2018 :

 

Hebron – ist ein denkwürdiger Ort:  Abraham, Isaak und Jakob, Sarah, Rebekka und Lea sind dort in der  Machpela- Höhle begraben. Vor 2000 Jahren ließ Herodes  darüber einen gigantischen Bau errichten.  Mit der Islamisierung im 7. Jahrhundert wurde der Bau zur Moschee. Im 12. Jahrhundert diente er den christlichen Kreuzfahrern als Kathedrale, bis er nach der Rückeroberung  durch Saladin wieder zur Moschee wurde  In Hebron  kommen  5 Schichten der Geschichte übereinander.

 

Die Altstadt von Hebron hat eine jüdische, christliche und islamische Geschichte, die in allen drei Religionen bis heute heilig und lebendig ist, weil sie sich auf Abraham als den Stammvater beziehen.  

 

Die Stadt Hebron hatte  bei der UNESCO den Antrag gestellt auf Anerkennung als Weltkulturerbe (und ihn 2017 auch erhalten) – allerdings nur für die letzte, die muslimische  Schicht, was natürlich sofort heftigen Protest  der Israelis und der USA hervorrief. 

 

In diesem Anstoß für den Konflikt könnte aber genauso gut auch eine Lösung liegen, wenn die verschiedenen Schichten der Geschichte zusammengefügt als ein „gemeinsames Erbe“ angenommen würden. Ein von Israel und den Palästinensern gemeinsam eingereichter Antrag könnte die ganze Geschichte des Ortes anerkennen und wäre damit zugleich sein bester Schutz.

 

Aber in der „Stadt der Freunde“ (= Wortbedeutung von Hebron) hat man sich bislang taub gestellt, gegenüber dem Friedenspotenzial. Was hier trennt,  ist der ausschließliche Anspruch auf Wahrheit.

 

Jedoch,  wenn es um Frieden geht, gibt es nur diesen Aspekt: 

„Wahr ist, was uns verbindet“.  Karl Jaspers

Do. 27. Dezember 2018

Ein Vorschlag zum Frieden:

Moschee in Hebron

Bild oben: Die Moschee von außen, entspricht etwa dem Bau Herodes

Bild Mitte:  Die jüdische Synagoge im Innern

Bild unten: Der muslimische Gebetsraum im Innern

RF