Kirchengemeinde Markt Erlbach

Am Donnerstag den 24. Mai trafen sich die Damen des Frauenkreises um 13:00 Uhr am Bahnhof um einen kleinen Ausflug nach Fürth zu machen.

Geplant war der Besuch des jüdischen Museums in Fürth, in der Nähe des Rathauses gelegen.

Mit vier Autos ging es in einer guten halben Stunde in die Stadt. Die Autos konnten bequem in der Tiefgarage des City-Centers geparkt werden.

Um 14:00 Uhr begann die Führung, Frau Hofmann erklärte die Besonderheiten der einzelnen jüdischen Feste und die Riten die dabei eingehalten werden mussten.

Zum Beispiel das Reinigungsbad, die sogenannte Migwe. In diesem Haus ein etwa dreihundert Jahre altes von Grundwasser gespeistes Badebecken .in einem ausgebauten Gewölbe des Kellers, Hier musste der gläubige Jude dreimal untertauchen um wieder als rein zu gelten.

Also stiegen wir auf einer engen Treppe nach unten etwa 5 Meter, dann kam ein Raum, wo man sich früher waschen konnte: Anschließend nochmals 5 Meter nach unten. Hier ist das 1,50 m tiefe Becken, auch heute noch ganz klares Wasser, sehr beindruckend diese ganze Atmosphäre, die früher ja nur mit Kerzen spärlich ausgeleuchtet war. Und angenehm kühl war es hier unten auch.

Nun ging es nach oben in den ersten Stock wo wir durch verschiedene Räume geführt wurden.

Ein Zimmer war für die Essgewohnheiten eingerichtet, die für einen Laien durchaus sehr kompliziert klingen, was ist koscher (also rein und essbar) und was nicht. Welches Geschirr muss für welches Essen benutzt werden, und immer getrennt  aufbewahrt sein musste .Da kamen wir ganz schön ins staunen.

Im zweiten Raum befand sich eine Thora (jüdische Bibelrolle) und die für die Benutzung und Aufbewahrung der Thora notwendigen Utensilien. Zum Teil sehr wertvolle alte Stücke. Eine Thora ist immer handgeschrieben auf Pergament. Auch heute noch trotz modernster Drucktechnik, sehr beindruckend.

Nun gingen wir in einen Raum der aussah wie ein normales Zimmer, aber es war eine Sukka, eine Laubhütte.

In diesem Zimmer konnte man die Deckenbretter entfernen, man sah dann den Himmel, sowie zwei Seitenwände, die Wände wurden mit Segeltuch bespannt. Einmal im Jahr zum Laubhüttenfest (Gedenken an das Volk Israel beim Zug durch die Wüste) musste die Familie 7 Tage in diesem Zimmer schlafen. Nur ein paar Zweige mit Laub durften auf die Balken gelegt werden, die Sterne mussten aber zu sehen sein. Das Laubhüttenfest ist ein fröhliches Fest,

Israel war ein freies Volk auf dem Wege in das gelobte Land !

Wir hätten noch viel, viel  mehr sehen und hören können, aber unsere Führung war zeitlich begrenzt und damit am Ende.

Zur Entspannung gingen wir gleich um die Ecke in das Gasthaus Tannenbaum, auch eine sehr alte Wirtschaft. Hier, bei Kaffee und Kuchen ließen wir den Nachmittag ausklingen und waren uns einig – es war ein schöner Tag für uns gewesen

 

Johanna Schröter

Frauenkreis fuhr ins jüdische Museum nach Fürth